Hardware / M.A.R.K 13 – Rezension zum Film

Nach einem verhehrenden Krieg, die Zivilisation steht am Abgrund. Aus dem Radio verflucht der anarchistische Moderator Angry Bob (Iggy Pop) die Menschheit und Mo (Dylan McDermott) kehrt vom Schrottsammeln aus einer heißen Zone zurück. Im Gepäck hat er ein Geschenk für seine Freundin, die Künstlerin Jill (Stacy Travis). Es ist der Kopf eines defekten M.A.R.K. 13, ein sich selbst rekonstruierender, unzerstörbarer Killercyborg. Nach Mo´s Aufbruch am nächsten Morgen, verwandelt der vom Militär zur Bevölkerungsbegrenzung entwickelte Androide, Jills riesiges Atelier in ein Kriegsgebiet. Als erstes muss der perverse Nachbar Lincoln (William Hootkins) dran glauben und während Mo verzweifelt versucht einen Weg zurück in die Wohnung zu finden, hat Jills letzte Schlacht bereits begonnnen…

 

M.A.R.K 13 ist eine actiongeladene Symbiose aus Endzeitszenario und Hardcore-Cyberpunk. Dabei gelingt es Regisseur Richard Stanley trotz eines ziemlich schmalen Budget, eine authentische Szenerie zu konstruieren, die mit überraschenden Effekten dem Zuschauer ziemlich oft die Nackenhaare zu Berge stehen lässt. Zwar verläuft die Handlung actiontypisch nicht ganz unblutig, aber Stanley setzt bei seinem Aufbau der Spannung eher auf die Vorbereitung der Gefahrenmomente, provoziert eine unterbewusste Angst vor den Dingen, die da kommen sollen. Dieses Vorgehen sorgt, auf die Länge des Filmes bezogen, für eine fast durchgehende Gänsehaut. Die relativ dunkle, und in der Hauptsache mit rotem Licht ausgeleuchtete Handlungsungebung, unterstützt dabei die Spannung und fördert das Zusammenspiel zwischen Action und Suspense.

Die Darstellung fiktiver Technik ist themengerecht gut umgesetzt. Unter der Prämisse, daß nach einem Krieg die vorhandene Computer-Hardware und die dafür erforderliche Stromversorgung sehr heruntergekommen und störungsanfällig ist, wirkt die benutzte Technik in hohem Maße authentisch. Selbst einige Geräte, die in den frühen Neunzigern in den Bereich des fortschrittlichen High-Tech gehörten und dadurch natürlich für ein SF-Szenario eigentlich überholt wären, ordnen sich harmonisch in die Handlungsumgebung ein.
Die Akteure machen ihre Sache mehr als ordentlich. Stanley hat aus seinen Figuren, die international eher der zweiten Liga angehören, alles herausgeholt und in einigen Bereichen sogar so gut in Szene gesetzt, daß man teilweise von den erbrachten Leistungen der Schauspieler beeindruckt ist. Während die Hauptrollen sehr souverän ihren Part beherrschen, überrascht so mancher Nebendarsteller mit einer perfekten Umsetzung seiner Rolle.
Musikalisch unterstützt wird die Handlung in der Hauptsache von der Musik der New Wave/Punk-Band P.I.L, deren sich immer wiederholende Sequenz aus dem Stück "This is what you want, this is what you get" in Verbindung mit den Bildern eine ausgezeichnete Atmosphäre erzeugen. Aber auch Motörheads "Ace of Spades" (Lemmy in einer kleinen Nebenrolle als Wassertaxi-Fahrer) fügt sich wie dafür geschrieben in die gewählte Szene ein.
Dieses stimmige Zusammenwirken aller Elemente trägt nicht unerheblich zum positiven Eindruck über diesen Film bei und lässt M.A.R.K 13 zu einem kleinem Erlebnis werden, daß durchgehende Spannung, eine Prise Horror, viel Science Fiction und reichlich Action beinhaltet.

Jürgen Olejok / 2006

Filmdaten:

Regie:       Richard Stanley
Jahr:         1990
Land:        Großbritannien
Laufzeit:    90 min
Darsteller:  Dylan McDermott, Stacey Travis, John Lynch, William Hootkins, Iggy Pop, Carl McCoy, Mark Northover, Paul McKenzie, Lemmy, Mac McDonald, Chris McHallem u.a.
 

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