Die Erscheinung der Hatsune Miku

“Well I know that I’ll get through this
‘Cause I know that I am strong
I don’t need you anymore”//Cher::Believe

Mit der  Göttin des Pop betrat 1998AD  die Software Auto-Tune die Bühnen der Welt, das tonliche Äquivalent des Silikons zur Hilfenahme bei der Kreation artifizieller Idole. Während  viele Unterhalter die Tonhöhenkorrektur wie ein Sicherheitznetz verwendeten, war der Effekt bei Chers Darbietung so charakteristisch, dass sie selbst bei reinen Livekonzerten den neuartigen Klang lippensynchron  verkörperte.  Nach dem Durchsickern des Codes in die Breite, der eine industrieartige Musifizierung jedweden Stimmmaterials hervorbrachte, bildete sich kürzlich eine Gegenbewegung unter etablierten Performern. Ihnen dämmert, dass durch die roboterartige Gleichfärbung ihre Austauschbarkeit befördert werden könnte.

Im Jahr 2003 erscheint im Licht der Welt Vocaloid, ein Yamahaprodukt, das aus Melodie und Texteingabe Gesang synthetisiert. Firmen wie Crypton Future Media, PowerFX und Zero-G lieferten die aus menschlichem Rohmaterial gespeisten Programmbibliotheken, aus denen in Verbindung mit der Kreativität der Benutzer die Vocaloids erwuchsen, präzise Umsetzung der perfektionistischen Fantasien ihrer Bewunderer, die  hyperkünstlicher Aidorus als Realisation bedurften.

Seine neongraue Eminenz ist nicht recht überzeugt, doch mit Hatsune Miku dürften nun virtuelle Stars fortschreiten ihren Platz in der konstruierten Realität des Showgeschäfts  einzunehmen, den Gorillaz nicht unähnlich, im Unterschied zu diesen  nicht aus der Coolness gut abgehangener Profimusiker hervorgegangen , sondern mit dem Herzblut von Nerds und Teenagern in Legion genährt. Und die ans holographische heranreichende Präsenz ihres Avatars ist geeignet diese Begeisterung über die Grenzen der Rationalität zu hypen

“Ein virtueller Star wird niemals auf irgendwelchen Toiletten beim Drogenkonsum fotografiert, mit irgendwelchen Frauen- oder Männerskandalen negative Schlagzeilen machen und auch niemals mit dem Luftgewehr auf lästige Journalisten schießen. Und statt First-Class-Tickets, Limousinen und Luxushotels zu bezahlen, packt man die ganze Band nach dem Auftritt einfach in einen Koffer.”//Stefan Möllenhoff::cnet-alpha

LIVE_VIDEO::::::Miku Hatsune – Disappearance of Hatsune Miku

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nexuslex

3 Responses to “Die Erscheinung der Hatsune Miku”

  1. In die Geschichte mit dem Vocaloid habe ich mich auch schon reingelesen, einfach weil es technisch interessant ist.

    Ich denke aber das virtuelle Stars die “echten” nicht ablösen werden, gerade weil sie nicht in der Yellow Press erscheinen. Der Gossip-Factor macht IMHO für viele Fans das eigentliche aus.

  2. naja.. vielleicht trage ich hier etwas dick auf…Miku, hat nur so um die 70000 facebooklikes… aber so sieht das ganze dramatischer aus, Stefan Möllenhoff, den ich oben verlinkt habe, bringt noch ein weiteres Argument, das, wenn die holographische Illusion, noch verlüffender würde, ein starker Markt für Fleischblutkünstler gegeben wäre, durch multiple Konzerte noch effektiver abzusahnen.
    Die Vocaloids sind auf jeden Fall eingehender Betrachtung wert. z. B. die Reihenfolge, in der die Charaktäre entstehen, mglw. Stimme, Gesicht, Liedgut, ?, die Möglichkeit , sie mit Chatbots zu koppeln… tja und Wege sie dirty und skandalös werden zu lassen..
    Bis Idoru oder Angie Mitchell ist noch hin, aber unsere Sinne sollten aufmerksam sein…. Da geht was…

    Gruss,!

  3. Ich weiß zumindest, Vocaloid wurde beim Game Metal Gear Solid Peace Walker eingesetzt als Ersatz für echte Synchronstimmen bei manchen Charakteren.

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