Kony 2012 – warum das Netz immer noch funktioniert und die Kampagne sinnvoll ist

Den folgenden Text hatte ich als Kommentar zum Beitrag von SolidFake über Kony 2012 bzw. Erwiderung auf die Kommentare von Staazi und Ganta verfaßt. Da mittlerweile zwar ein nach mir eingestellter Kommentar freigeschaltet wurde, meiner jedoch weiterhin auf Moderation wartet, muß ich befürchten, daß der Beitragersteller offenbar keine von seiner Sichtweise abweichenden Kommentare zulassen möchte und veröffentliche meinen Text deshalb hier:

Die Haftbefehle inklusive der ausführlichen Tatvorwürfe im Verfahren gegen Joseph Kony, Vincent Otti, Okot Odhiambo und Dominic Ongwen stehen dem aufgeklärten und mündigen Menschen seit Jahren zum Download zur Verfügung. Das Verfahren hat übrigens Uganda selbst vor dem Internationalen Strafgerichtshof angestrengt. Und schon damals war deutlich, daß es schwierig sein würde, solcher Kriegsverbrecher habhaft zu werden. Interessiert hat es aber kaum jemanden.

Nun macht eine Kampagne auf diese ungesühnten Verbrechen aufmerksam und verbreitet die Botschaft überaus erfolgreich. Und siehe da: Es geht mal nicht um Netzfreiheit und auch nicht gegen die USA! Da muß doch was faul sein! Und überhaupt ist das doch alles ganz furchtbar manipulativ und undifferenziert!

Also: Die Kampagne hat zum Ziel, Joseph Kony und seine Komplizen für ihre Verbrechen zur Verantwortung zu ziehen. Nicht mehr, nicht weniger. Es geht weder um die Rettung der Welt noch um die Ugandas. Oder um die Erklärung eines Konflikts. Nur um einen notwendigen Schritt, der aber vielleicht ein erster auf einem solchen Weg sein könnte. Warum sollte das eine das andere ausschließen?

Ja, die vorgeworfenen Taten liegen bereits einige Jahre zurück. Die Situation in Uganda ist mittlerweile eine andere als zu den Tatzeiten. Im Kampagnen-Film wird aber auch nichts anderes behauptet oder suggeriert; es wird im Gegenteil sogar explizit gesagt, daß die Begegnung mit dem Kindersoldaten Jacob zehn Jahre zurückliegt und unter völlig anderen Umständen stattfand – das dürfte einem aufgeklärten und aufmerksamen Menschen doch aufgefallen sein. Mal abgesehen davon, daß Jacob mittlerweile ja auch deutlich älter aussieht. Um ein “globales” Thema Uganda geht es jedoch, wie gesagt, ohnehin nicht. Aber die Verfolgung von Kriegsverbrechen ist zumindest ein Anfang für eine solche Auseinandersetzung.

Es mag für den saturierten Mitteleuropäer, der von Gräueltaten glücklicherweise seit Jahrzehnten verschont geblieben ist, vielleicht nur schwer verständlich sein, aber solche Verbrechen schädigen eine Gesellschaft nachhaltig – auch noch Jahre und Jahrzehnte später. Ihre Verfolgung und Aufarbeitung ist elementarer Bestandteil eines Neuanfangs. So etwa im ehemaligen Jugoslawien, in Ruanda und in Kambodscha – auch dort haben sich die Verhältnisse geändert und die Verbrechen liegen jeweils über 17, 18 oder sogar 35 Jahre zurück. Und nach dem einen oder anderen deutschen Kriegsverbrecher wird sogar heute, fast 67 Jahre nach Kriegsende und in einem völlig anderen Deutschland, noch gefahndet.

Was also bleibt, ist, ich erwähnte es schon, eine Kampagne zur Vollstreckung eines seit 2005 bestehenden internationalen Haftbefehls gegen einen mutmaßlichen Kriegsverbrecher. Nicht mehr, nicht weniger. Um den Opfern endlich Gerechtigkeit widerfahren zu lassen und die Vergangenheit aufzuarbeiten. Was ist daran so schwer zu verstehen bzw. an der Kampagne so “verdächtig”?

Manipulativ? Ohne “Pro und Contra”? In etwa so wie dieses oder jenes Video bekannter Kampagnen? Die im Gegensatz zum Kony2012-Video nicht nur mit Assoziationen, sondern ganz bewußt mit Übertreibungen arbeiten? ACTA verhindert den freien Austausch von Kochrezepten? Keine Rettung der Welt, sondern “nur” Netzfreiheit? Ja, ganz genau so funktioniert das! Man will mit einer Kampagne doch zum Punkt kommen, Menschen erreichen, sie zum Nach- und Weiterdenken bewegen, zur Meinungs- und Willensbildung beitragen. Das setzt aber einerseits die Annahme eines mündigen und aufgeklärten Gegenübers als auch den Mut zur Provokation voraus. Kreidet jemand Anti-AKW-, Occupy- oder Datenschutz-Aktivisten an, sie würden in ihren Äußerungen die Positionen ihrer Gegner nicht differenziert genug betrachten? Nein, natürlich nicht – das wäre völlig absurd. Die Meinungsbildung findet statt bevor man eine Kampagne befürwortet oder ablehnt. Dafür gibt die Kampagne ja den Anstoß. Und deswegen gibt es viele “Gegen Nazis”-Demos aber keine “Für eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus”-Aufmärsche.

Es ist schon lustig: Befürwortet man eine verbreitete Kampagne, ist die globale Vernetzung der Hort der Freiheit, jeder Mitstreiter ein aufgeklärter User und eine klare Positionierung eine gute Sache. Lehnt man eine verbreitete Kampagne ab, ist das Netz plötzlich böse, der User ein dummes Schaf, das blind einem “Gruppenzwang” (per Gedankenstrahlen? ;-) ) erliegt, und jede klare Position nur undifferenzierte Propaganda.

Und wo ich schon bei Gedankenstrahlen bin: Wenn man eine Kampagne in Inhalt oder Form ablehnt, sollte man als Begründung schon etwas mehr ins Feld führen als die wahnhaften Gedankenflatulenzen irgendwelcher Verschwörungstheoretiker-Seiten wie http://alles-schallundrauch.blogspot.com – ich hoffe ja immer noch, daß es sich dabei einfach nur um eine verteufelt gut gemachte Satire-Seite handelt. Hier mal meine TOP3 einer kurzen Suche:

- Wurde mit Japan die 7. Illuminati-Karte ausgespielt? (Spiel-Erfinder prophezeit Weltverschwörung)
- Ist Kerner ein Illuminate? (Geheimsymbole im ZDF beweisen Unterwanderung)
- Die Motive der Kennedy-Ermordung (Wirklich alle Verschwörungstheorien in einem Aufwasch abgefrühstückt)

Ob nun Satire oder tatsächlich ernst gemeint: Wer diese Seiten wirklich als seriöse Informationsquelle ansieht, dem kann auch keine Netzkampagne mehr helfen…

Soweit mein ursprünglicher Kommentar.

Ich habe noch zwei Nachträge – sowohl zum Thema als auch zu dieser Community:

1. Die Kampagne Kony 2012 hat Amnesty International zwischenzeitlich dazu veranlaßt, gegen die Rekrutierung von Kindersoldaten bei allen Konfliktparteien vorzugehen: Take Action! Die Kampagne Kony 2012 schließt also weitergehende Schritte nicht nur nicht aus, sondern fördert sie sogar.

2. Ich betrachte die Entwicklung in dieser Community mit Sorge. Wenn Inhalte von offensichtlichen Verschwörungstheoretiker-Seiten hier nicht nur völlig unkritisch wiedergegeben, sondern auch darauf aufmerksam machende Kommentare zurückgehalten werden, dann läuft diese Community Gefahr, sich der Unglaubwürdigkeit und Lächerlichkeit preiszugeben. Ich bin mit dem von mir vertretenen Projekt immer gerne Teil dieses Netzwerkes gewesen, möchte aber weder meine Person noch mein Projekt mit politischen Wirrköpfen oder einer Plattform die sich zu ihrem Sprachrohr entwickelt in Verbindung gebracht sehen. Es würde mich freuen, wenn Betreiber und Community sich dieses Themas annehmen.

http://web558.webbox239.server-home.org/cpcii/wordpress/wp-content/plugins/sociofluid/images/digg_24.png http://web558.webbox239.server-home.org/cpcii/wordpress/wp-content/plugins/sociofluid/images/stumbleupon_24.png http://web558.webbox239.server-home.org/cpcii/wordpress/wp-content/plugins/sociofluid/images/delicious_24.png http://web558.webbox239.server-home.org/cpcii/wordpress/wp-content/plugins/sociofluid/images/furl_24.png http://web558.webbox239.server-home.org/cpcii/wordpress/wp-content/plugins/sociofluid/images/technorati_24.png http://web558.webbox239.server-home.org/cpcii/wordpress/wp-content/plugins/sociofluid/images/google_24.png http://web558.webbox239.server-home.org/cpcii/wordpress/wp-content/plugins/sociofluid/images/myspace_24.png http://web558.webbox239.server-home.org/cpcii/wordpress/wp-content/plugins/sociofluid/images/facebook_24.png http://web558.webbox239.server-home.org/cpcii/wordpress/wp-content/plugins/sociofluid/images/twitter_24.png

Related posts:

  1. Kony 2012 – wie man soziale Netzwerke ausnützt und Menschenmassen mit einfachen Tricks von sich überzeugt
  2. The 13th Floor und andere SciFi Filme gratis und legal im Netz
  3. EXOSKELETON- noch eins!
  4. MaxHeadroom.com wieder am Netz!
  5. Sony plant Total Recall Neuverfilmung für Sommer 2012

About the Author

Florian

25 Responses to “Kony 2012 – warum das Netz immer noch funktioniert und die Kampagne sinnvoll ist”

  1. Zum freischalten von Kommentaren kann ich leider nichts sagen, da ich hier nicht mehr als Moderator, sondern als normaler Nutzer unterwegs bin.

    So einiges finde ich gut, richtig und gedankenanregend. Gerade zB., das eine (Werbe)Kampagne nicht der Schauplatz einer sachlichen Auseinandersetzung ist bzw. sein soll. Zuspitzung wie du sagst gehört da sicherlich zum rhetorischen Repertoire. Andererseits finde ich die Gegenbeispiele wie Demonstrationen und Kampagnen für Netzfreiheit und ähnliches auch oft zu hysterisch und einseitig.

    Oder anders gesgat: jemand darf ruhig für seine Interessen werben und Lobbyarbeit leisten, nichts dagegen. Für mich ist die Grenze nur da erreicht, wenn die Kampagnen zur Desinformation dienen, also Lügen oder fahrlässige Auslassungen billigend in Kauf genommen werden. Ein gutes Beispiel ist, wie Japan und die Atom-Lobby mit Fukushima umgeht. Ein modernes, aufgeklärtes Land würde man meinen (es scheint noch immer in feudalen Strukturen von zB. Gehorsam festzustecken).

    Ich glaube diese Desinformationskampagnen nehmen immer mehr zu. In Amerika werden die Themen im Wahlkampf oft sehr schwarz/weiß geführt. Was nicht manchen Vorstellungen entspricht wird schnell mit Kampfbegriffen wie “kommunistisch” oder “Nazi” etikettiert, so daß mir als Europäer manche Reden absurd vorkommen.

    Ob “Kony2012″ selber vom Inhalt her sinnvoll ist oder nicht, ist für mich zweitrangig. Ich finde es eher wichtig sich mit dem Auseinanderzusetzen was man landläufig als Medienkompetenz bezeichnen könnte. Ich hatte mal ein Semester Vorlseung zum Thema “Investigativer Journalismus” – hochinteressant! Wenn es danach geht sollte man die Quellen immer hinterfragen, ansehen von wem sie kommen, und nicht nur eine nutzen. Das ist die Aufgabe von guten Journalisten. Nur denen läßt man auch immer weniger Raum und Zeit für rechercheintensive Stories. Wenn das ZDF über diese Kampagne als “Netzereignis” berichtet gibt es auch nur schnell zusammengetragene, oberflächliche Infos.

    Letztendlich liegt es bei jedem selber, ob und wie er sich informiert. Nur viele Leute wollen da Sand ins Getriebe streuen, und man kann nicht von jedem erwarten, dass jeder die schwarzen Schafe erkennt.

  2. Ich glaube es kann auch sein, dass Kommentare mit zuvielen Links automatisch als Anti-Spam geblockt werden. Früher hatten wir damit zumindest Probleme, aber wie gesagt stecke ich da nicht mehr drin. Es muss also keine Absicht sein.

  3. Ich glaube zwar nicht, daß Desinformationskampagnen irgendwie besonders zugenommen haben, ansonsten will ich aber zum Thema “Medienkompetenz” deinen Satz “Letztendlich liegt es bei jedem selber, ob und wie er sich informiert” unterstreichen. Sich aber nicht zu informieren und einfach irgendwelche dubiosen Verschwörungstheorien nachzuplappern, weil die gerade so gut ins eigene Weltbild passen, ist halt alles andere als Medienkompetenz. Genau darauf will ich ja hinaus: Mit etwas Aufmerksamkeit und ein paar Minuten Recherche kann jeder feststellen, daß die Kampagne Kony 2012 keine Lügen verbreitet und ein Großteil der Kritik an der Kampagne auf haltlosen Unterstellungen und überzogenen oder sogar absurden Erwartungen beruht. Die Berichterstattung des ZDF fand ich im übrigen angenehm differenziert und sie faßt auch die darüber geführte Diskussion in den zwei Minuten gut zusammen.

    Zum Thema Freischalten von Kommentaren: Es ist, wie gesagt, eine Befürchtung. Ich mag mich auch irren. Aber eingeloggt kann ich meinen Kommentar (und den Fehlpost davor ;-) ) mit dem Vermerk “Your comment is awaiting moderation.” sehen. Bei bereits als Spam markierten und damit moderierten Kommentaren sollte dieser Vermerk doch nicht mehr auftauchen, oder?

  4. Hallo,

    zu allererst möchte ich darauf hinweisen, dass ich den Hintergrund der Kampagne weder gut- noch schlechthieß. Ob nun Verschwörungstheorie oder nicht, das Thema des Videos wollte ich mit meinem Beitrag wirklich zur Diskussion bringen.
    Ich überlasse es jedem selbst sich über Kony 2012 genauer zu informieren, was ich lediglich zur Verfügung gestellt habe war ein Monolog bezüglich der Aufmachung sowie der Verbreitung des Videos, welche nicht in die Thematik Verschwörungstheorie schlägt sondern mehr in die Thematik der Informationsverbreitung.

    Das Video “Kony 2012″ hat sich, ob gewollt oder nicht sei dahin gestellt, soziale Netzwerke zur rasanten Verbreitung genützt.
    Ohne youtube, facebook etc. wäre das Video sehr wahrscheinlich nur eine von abertausenden unbekannten Kampagnen geworden.
    Ob Kony 2012 nun wirklich das ist was es behauptet zu sein, ist völlig irrellevant, was jedoch relevant ist, ist dass dieses Video schneller als jede andere Kampagne zuvor verbreitet worden ist, und dazu noch weitaus billiger.
    Ja, die meisten Kampagnenfilme arbeiten mit psychologischen Tricks um ihre Zuschauer von ihrer Sache zu überzeugen, jedoch konnte kein einziger davon den Erfolg und das Verbreitungstempo von Kony 2012 verbuchen, daher ist dieses Video als Prototyp anzusehen, wieder ist der eigentliche Inhalt bzw. die Botschaft des Videos irrellevant. Und dass das Zurückhalten von Informationen sowie weitere psychologische Tricks welche das Unterbewusstsein ansprechen bekannte Propagandatricks sind dürfte nicht zur Debatte stehen.

    Hinzukommend ist der Gruppenzwang genannter Netzwerke, nein, keine “Gedankenstrahlen” sondern ein psychologischer Prozess.
    Facebook vernetzt user durch ein Freundesystem miteinander, wobei jeder User eine Pinnwand besitzt worauf abzulesen ist was der user zuletzt für positiv befunden, “gemocht” hat. Es ist das ganz gleiche wie wenn ein Kind ein Spielzeug in die Hand nimmt, und es plötzlich für alle Kinder um es herum zehn mal interessanter geworden ist. Also, ein User gibt bekannt, dass er das Video “mag”. Natürlich ist ein User noch nicht von Relevanz, aber eventuell sieht ein Freund des Users seine Pinnwand, sieht sich das Video an und “mag” es ebenfalls (ob diese zwei User das Video aufgrund des Inhaltes für positiv befunden haben ist nicht von Relevanz). Eventuell widerfährt einem Freund des Freundes das Gleiche. Alle diese Freunde haben einen anderen Freund, welcher wiederum sieht wie alle seine Freunde genanntes Video mögen, worauf er es auch “mag”, denn er will ja nicht der Einzige sein auf dessen Pinwand es nicht auftaucht. Das führt sich dann fort bis es den Status von Kony 2012 erreicht. In der Halbleitertechnik nennt man so etwas: Lawineneffekt, und der Auslöser für diesen Lawineneffekt ist Gruppenzwang

    Kombiniert man nun die Aufmachung eines typischen Kampagnentrailers mit sozialen Netzwerken und dem Gruppenzwang der Menschheit erhält man die rasante Verbreitung von Kony 2012.
    Mein Beitrag war keine “Verschwörungstheorie” sondern eine Analyse bezüglich der unglaublichen Verbreitung des Videos.
    Jeder Cyberpunker weis, wie wichtig Informationen sind und wie viel wert ein Verbreitungssystem solcher sein kann. Es ist nur eine Frage der Zeit bis andere Quellen von diesem Verbreitungssystem Wind bekommen, ob deren Hintergründe genau so nobel sind wie die von Kony 2012 ist mehr als fragwürdig, zumal es für diese Verbreitungssystem noch keine Gesetze gibt.

    Der part der in Englisch geschrieben war, war meine eigene Meinung was mir persönlich an der Kampagne und der Ausführungsweise nicht gefällt, ich habe extra im Vorhinein darauf hingewiesen. Schade, dass dies offensichtlich nicht gereicht hat.

    Und zuletzt zu deiner Verschwörungstheorie bezüglich dieser Community und der anscheind gewollten “Zurückhaltung” von “aufmüpferischen” Kommentaren:
    Ich bin kein Admin dieser Seite, ich bin lediglich ein User mit post Rechten. Ich versuche nun schon seit geraumer Zeit den Informationsfluss dieser Webseite aufrecht zu erhalten, als fast einziger mit der steten Hoffnung, dass der Admin scal eines Tages aus den Tiefen des Netzes zurückkehrt.
    Kommentare genehmigen kann nur der Admin oder der Author des Beitrages, da der Admin jedoch fehlt und ich nur Kontrolle über die von mir erstellten Beiträge habe, haben sich im Laufe seiner Abwesentheit etliche Spam-kommentare eingefangen.
    Im Moment zähle ich über 100 Kommentare welche meine Kommentarbox füllen, welche ich nicht löschen kann.
    Hinzukommend ist, dass ich recht beschäftigter Student bin und daher nicht immer Zeit finde, einen gründlicheren Blick in die überfüllte Kommentarbox zu werfen.
    Wie es scheint habe ich deinen Kommentar für den bereits von Ganta erstellten oder für spam gehalten, und deshalb in der Eile wohl lediglich Tai Fei`s angenommen.
    Daher muss ich dich leider entäuschen, es ist (wieder einmal) keine Verschwörung im Gange, ich bin lediglich leider auch nur ein Wesen aus Fleisch und Blut, da nütz das zweimalige Posten des Kommentar auch nicht viel.

    Bin allerdings froh wenigstens etwas Leben in die Bude gebracht zu haben, wenn auch nicht unbedingt auf beabsichtigte Weise.

  5. erneuter Fopa, im zweitem Satz ist mir ein “nicht” entfleucht:
    “Ob nun Verschwörungstheorie oder nicht, das Thema des Videos wollte ich mit meinem Beitrag nicht wirklich zur Diskussion bringen.”

  6. Ok, drei Punkte:

    1. Wie bereits im letzten Kommentar hier gesagt: Mein erster Kommentar unter deinem Beitrag war ein “Fehlpost” mit zerschrotetem Link. Ich muß tatsächlich nichts zweimal sagen und ging davon aus, daß ein netzerfahrener User das erkennt – du hast jetzt ja auch direkt nur den korrigierten Kommentar freigeschaltet. Und ein Autor, der einen Kommentar zurückhält, verschwört sich allerhöchstens mit seinem Bedürfnis, nichts von differenzierter Auseinandersetzung zu halten. Wenn dem nicht so gewesen sein sollte, dann ist ja alles in Ordnung.

    2. Mir war und ist klar, daß der englische Text von dir stammt. Darauf beziehe ich mich ja. Du stellst darin Behauptungen auf, die sich auf den INHALT von Kony 2012 beziehen und sagst unter anderem, daß
    - wichtige Informationen zurückgehalten und
    - Informationen aus fragwürdigen Quellen verwendet werden.
    Seltsamerweise bleibt es bei diesen INHALTLICHEN Behauptungen – was wird denn nun zurückgehalten und welche Quellen sind fragwürdig? Der Film verwendet zwei wesentliche Quellen: Die Aussagen eines Opfers, des Kindersoldaten Jacob, und den Verweis auf die Haftbefehle des Internationalen Strafgerichtshofs (der übrigens heute erstmals ein Urteil gesprochen hat – im Verfahren gegen Thomas Lubanga, das alles andere als unkompliziert war, wegen der Rekrutierung von Kindersoldaten…). Die Tatvorwürfe gegen Joseph Kony und andere stehen im Netz, ich habe sie extra verlinkt. Was ist daran fragwürdig? Was wird dort zurückgehalten?

    3. Soziale Netzwerke sind nun nicht gerade etwas Neues; genauso wenig wie die Tatsache, daß sich darüber (politische) Kampagnen vortrefflich organisieren und verbreiten lassen – das hat in deutlich größerem politischen Rahmen der arabische Frühling bewiesen. Wenn sich jetzt eine simple One-Point-Kampagne als erfolgreicher zeigt als alle vergleichbaren anderen … hm … mal überlegen … könnte es vielleicht am INHALT liegen, der die Menschen bewegt? Sind Menschen vielleicht doch keine willenlosen Halbleiter, die blind auf “Gefällt mir” klicken, nur weil ihre Kumpels das auch tun, sondern intelligente und empfindungsfähige Wesen, die sich das Video anschauen, die das Leid der Opfer berührt und die deren Peiniger zur Verantwortung gezogen sehen wollen? Ist nur so eine Idee…

    Zum Schluß: Ich weiß nicht, was ein Cyberpunker deiner Ansicht nach ist oder wissen müßte. Aber ich weiß, daß die Vorstellung, man könne Informationen völlig unabhängig von ihrem Inhalt betrachten, eine ziemlich absurde ist. Du kannst es ja auch nicht.

  7. 1. Wie bereits gesagt, ich bin selbst nichts weiter als ein kümmerlicher Autor und ich überprüfe eigentlich nie links auf ihre Gültigkeit, weil hier ja sowieso so gut wie nie Kommentare gepostet werden. Ich erhalte diese Seite am Leben aber weis eigentlich selbst nicht wieso. Ich schreibe hier für, wenns hinkommt, 5 Leute, ich habe eigentlich überhaupt nichts von dieser Seite da ich der einzige bin, der hier regelmäßig Neuigkeiten postet; und wenn der Dank dafür ist, mich für einen übersehenen Kommentar einen Tag nach dessen Einreichen fürs Äußerste entschuldigen zu müssen als würde ich schon die nächste Verschwörung planen, dann ist es den Aufwand bei weitem nicht wert.

    2. Wie gesagt, ist meine Meinung, ich finde anstatt 29 Minuten des Videos darauf zu verwenden die Tränendrüse der Zuschauer zu drücken, hätte man weit mehr Informationen über Uganda und die momentane Situation zeigen sollen. Es wird nicht einmal erwähnt wo Uganda eigentlich liegt, und was für eine Form der Regierung dort herrscht. Ich könnte einen Haufen Kohle darauf verwetten, dass die Häfte von den Menschen, die das Video gesehen haben eigentlich keinen blassen Schimmer haben wo Uganda eigentlich liegt. Ich habe in ein paar anderen Foren Beiträge über Kony 2012 verfolgt, und einige Personen haben tatsächlich gedacht, es ginge hier um Südafrika.
    Ich bin der Meinung, eine Kampagne sollte zu allererst informativ sein, und nicht nur ein Zusammenschnitt aus dramatischen Bildern. Es gibt viele die der Meinung sind, es ist egal wie ein solches Video aufgebaut ist solange es seinen Zweck erfüllt, ich bin nicht dieser Meinung. Dass ich damit auf kleinem Posten stehe ist mir durchaus klar.
    Ich konnte eigentlich nirgends sehen, wo ich die Fakten des Videos offen angezweifelt habe. Ich glaube sehr wohl daran, dass es diesen Kony 2012 gibt, auch dass es in Uganda alles andere als heiter zugeht, und ich kann durchaus auch glauben, dass etliche Politiker ihre Meinung dazu kundtun. Ich habe nirgends behauptet, dass die Quellen falsch wären, der einzige Punkt in meinem gesamten Beitrag wo ich eine Möglichkeit von falschen Fakten erwähnt habe, war am Ende des Beitrages wo ich jedoch zu einem anderen Beitrag hingewiesen habe, jedoch habe ich wieder nirgends offen die Fakten des Videos angezweifelt.
    Was ich angezweifelt habe, ist die Seriösität der Vereinigung die dahinter steht, was auch durchaus mein Recht ist. Wenn urplötzlich eine unbekannte Wohltätigkeitsvereinigung aus dem Nichts auftaucht, mit einem Video welches die beschriebenen Techniken und System nützt und zu massivem Erfolg kommt, und welche nach Spenden ruft, sollte man die Hintergründe der Organisation auch hinterfragen dürfen. Es hat übrigens zahlreiche dieser anzweifelnden Kommentare wie den meinen benötigt, bevor Invisible Children eine Sektion eingerichtet hat um ihre Motive darzubringen, mehr Informationen über sich preiszugeben und zu den Gehälter-Spekulationen zu antworten.

    3. Es liegt nicht am Inhalt, es liegt daran wie der Inhalt aufgebaut ist. Auch wenn ich es langsam leid bin mich zu wiederholen, aber der Erfolg des Videos resultiert aus dem manipulativem Aufbau des Videos (Tränendrücker statt Informationschaos). Wenn das Video komplett anders aufgebaut wäre, z.b. im krassen Gegenteil eine 30 minütige Doku über Kony und Uganda, mit sämtlichen Informationen die man finden kann und so wenig dramatische Szenen wie möglich, dann hätte das Video NIE diesen Erfolg verbucht. Wie ich bereits in meinem Beitrag erwähnt habe, dieser Kony ist keine Neuigkeit, genauso wenig die tagtäglichen Gräueltaten die auf der Welt vor sich gehen, es gibt tausende solcher Hilfskampagnen, welche im Kern den gleichen Inhalt haben, Leid, Schmerz, Hungersnot, Armut, welche aber nicht auf manipulative Videotechniken setzen sondern auf Aufklärung und reine Informationen, wodurch diese Kampagnen auch nicht den Erfolg von Kony 2012 verbuchen konnten. Ich habe noch nie eine solch große Menschenmasse wie die Befürworter von Kony 2012 für weitaus schlimmere, jedoch nicht unbekanntere Gräueltaten auf der Erde eintreten sehen.

    Zum Schluss: Die Daseinsberechtigung einer Information ist ihr Inhalt. Es gibt keine Information ohne Inhalt, es gibt jedoch einen Inhalt ohne Information.
    Ich war mir eigentlich ziemlich sicher, ich hätte meinen Beitrag in eine objektive Analyse des Aufbaus der Information und in eine persönliche Meinung des Inhaltes getrennt, habe gehofft Menschen wären in der Lage, dies zu erkennen. Wohl kaum, du kannst es ja auch nicht.

    Wie dem auch sei, ich glaube diese unnötige Debatte für meinen Fehler, etwas Diskussion in diese Community zu bringen, hat mich erkennen lassen, dass ich hier eigentlich nichts mehr zu suchen habe. Ich hätte eigentlich schon damals aufhören sollen diese Seite am Leben zu erhalten, als ich erkannt habe, dass sie keine Zukunft hat.
    Somit verabschiede ich mich also, vielleicht gibt es ja mehr User wie mich, die hoffen eine geradezu nichtexistente Community für ein fast ausgestorbenes Genre durch Taten am Leben zu erhalten, mögen sie mehr Erfolg und vor Allem eine dickere Haut als ich haben.

    Vielleicht findet man sich ja eines Tages wieder in den Weiten des Netzes…

  8. @Florian
    “Also: Die Kampagne hat zum Ziel, Joseph Kony und seine Komplizen für ihre Verbrechen zur Verantwortung zu ziehen. Nicht mehr, nicht weniger”
    Und das ist schon mal der erste Fehler. Ziel der Kampagne ist eine Intervention der USA in Uganda gegen Kony. Die USA sind bereits mit Militärberatern vor Ort.
    Weiterhin ist zu bedenken, dass Kony gar nicht mehr in Uganda vermutet wird, sondern sich im Kongo aufhalten soll. Ferner ist seine Machtbasis erheblich zusammengeschrumpft. Sein Kampf richtete sich hauptsächlich gegen Präsident Museveni. Der bei seiner Machtergreifung auch schon Kindersoldaten zum Einsatz brachte. Dessen Truppen und verbündete Milizen werden bei den Auseinandersetzungen mit Kony für fast 6 Mio. Tote verantwortlich gemacht. Interessant ist auch die Tatsache, dass gerade in der Gegend, die der LRA bis vor einiger Zeit als Machtbasis diente, einige ordentliche Ölvorkommen entdeckt wurden.
    Weiterhin ist das mit dem internat. Haftbefehl so eine Sache. Die USA erkennen den internat. Gerichtshof nämlich selber gar nicht an, zumindest nicht, wenn er gegen US-Bürger ermittelt.
    Dein Bsp. Kambodscha ist wohl sowas von daneben. Hier sollte man mal erwähnen, was die Ursache für den Aufstieg der Khmer Rouge dort war. Das waren nämlich die völkerrechtswidrigen Bombardements der USA im Rahmen des Vietnamkrieges. Außerdem sollte man hier auch erwähnen, dass die Khmer Rouge nach ihrer Entmachtung durch die Intervention Vietnams als einzige legitime Vertretung Kambodschas in der UNO bewertet wurden.
    Kony ist unbestritten ein Kriegsverbrecher, damit unterscheidet er sich aber kaum von anderen Warlords in Afrika die mit den westlichen Nationen sehr gute Beziehungen pflegen. Nochmal Ziel der Kampagne, das wird im Video auch gesagt, ist die mögliche Intervention USA in Uganda. Also wenn das keine Propaganda ist, was dann?

  9. Herrje…

    @Solid Fake: Na, wer drückt jetzt mal tatsächlich auf die Tränendrüse? ;-) Du bekommst hiermit von mir den CPC-Orden “Schwer beschäftigter Student und trotzdem Top-Poster und Held der Community” verliehen. Echt jetzt. Privilegien gibt das aber keine. Und wenn dir Uganda ganz allgemein am Herzen liegt, dann mache halt eine entsprechende Kampagne! Bei Kony 2012 geht es halt erstmal “nur” um die Ergreifung eines Kriegsverbrechers.

    Es freut mich aber, daß der Inhalt des Videos jetzt auch für dich nicht mehr “völlig irrelevant” ist. Und falls du deinen eigenen Beitrag tatsächlich nicht mehr kennen solltest – ganz am Anfang, erster fett überschriebener Absatz, Zeilen 3 und 4: “The video denies vital informations about the real term, instead you hear bland quotes, ‘facts’ from questionable sources, [...]“ Wenn du jetzt endlich mal sagst, was da zurückgehalten wurde oder fragwürdig ist und was an der Form des Inhalts so besonders “manipulativ” sein soll, dann könnten wir tatsächlich mal inhaltlich diskutieren.

    @Tai Fei: Ah so, eine Intervention der USA ist also das Ziel. Ich habe im Video nur was von “Hilfe zur Ergreifung von Joseph Kony” gehört. Sowas läuft in der Regel über Entwicklungshilfe, z.B. mittels Ausbildung und Ausrüstung für Polizei- und Militärkräfte. Genau dafür sind die US-Militärberater vorgesehen – wird im Film auch direkt gesagt. Und wenn Joseph Kony doch gar nicht mehr in Uganda ist – wie kann dann das Ziel einer Kampagne zu seiner Ergreifung eine US-Intervention in Uganda sein? Müßte dann doch im Kongo stattfinden. Außerdem: Da die USA den Internationalen Strafgerichtshof eh nicht anerkennen – wäre dann ein Haftbefehl dieser Insitution nicht ein ziemlich ungeschickter und unglaubwürdiger Aufhänger für eine Intervention? Irgendwie passen deine Argumente nicht zu deinem Fazit.

    Und was Kambodscha betrifft: Die Roten Khmer haben die Verbrechen verübt, nicht die USA. Der Aufstieg der Roten Khmer hatte viele Ursachen, eine davon war sicher der Vietnamkrieg. Aber das ändert nichts an der Verantwortung der Roten Khmer für ihre Verbrechen. Oder warum ist dieses Beispiel “daneben”? Dann könnte man ja auch jeden Naziverbrecher entschuldigen, weil eine der vielen Ursachen der Machtübernahme der Nationalsozialisten der Versailler Vetrag war, den die Alliierten des Ersten Weltkriegs zu verantworten haben.

    Ganz allgemein irritiert mich die Begründung vieler Kritiker, daß es ja noch viel mehr und viel schlimmere Kriegsverbrecher gäbe und Afrika noch ganz andere Probleme hätte. Ja, das stimmt zweifelsohne. Aber warum das ein Argument dagegen sein sollte, sich eines Kriegsverbrechers und dieses Problems anzunehmen, erschließt sich mir nicht. Man kann immer mehr Unrecht und vermeintlich wichtigeres finden und damit im Prinzip jedes Vorhaben als “unwichtig” oder “nicht weit genug gehend” abstempeln. Am Schluß dieser Spirale wäre dann wohl nur noch eine “Rettet die ganze Welt und löst alle Probleme auf einmal”-Kampagne legitim… Wenn die Kritiker mehr wollen, warum machen sie dann nicht endlich mehr, statt diejenigen zu diskreditieren, die zumindest etwas tun?

  10. „@Tai Fei: Ah so, eine Intervention der USA ist also das Ziel. Ich habe im Video nur was von “Hilfe zur Ergreifung von Joseph Kony” gehört. Sowas läuft in der Regel über Entwicklungshilfe, z.B. mittels Ausbildung und Ausrüstung für Polizei- und Militärkräfte. Genau dafür sind die US-Militärberater vorgesehen – wird im Film auch direkt gesagt.“
    Ja genau, US-Militärberater wurden noch nie dafür benutzt geostrategische Interessen zu vertreten. Zurzeit kann man die „Leistungen“ der Militärberater im Irak und Afghanistan auch sehr schön „bewundern“.

    „Und wenn Joseph Kony doch gar nicht mehr in Uganda ist – wie kann dann das Ziel einer Kampagne zu seiner Ergreifung eine US-Intervention in Uganda sein? Müßte dann doch im Kongo stattfinden.“
    Ja eben, da Kony gar nicht mehr in Uganda vermutet wird, warum also dann Militärberater nach Uganda, wie im Video gefordert? Ist halt nur auffällig, dass in Uganda recht große Ölvorkommen entdeckt wurden. Warum will man also nach Uganda?

    „Außerdem: Da die USA den Internationalen Strafgerichtshof eh nicht anerkennen – wäre dann ein Haftbefehl dieser Insitution nicht ein ziemlich ungeschickter und unglaubwürdiger Aufhänger für eine Intervention?“
    Genau ziemlich ungeschickt. Wieso hat der internat. Strafgerichtshof NUR Relevanz für Kriegsverbrechen die NICHT von der USA begangen werden?

    „Und was Kambodscha betrifft: Die Roten Khmer haben die Verbrechen verübt, nicht die USA. Der Aufstieg der Roten Khmer hatte viele Ursachen, eine davon war sicher der Vietnamkrieg. Aber das ändert nichts an der Verantwortung der Roten Khmer für ihre Verbrechen. Oder warum ist dieses Beispiel “daneben”?
    Die Herrschaft der Khmer Rouge hat ihre Ursachen hauptsächlich in verschiedenen Interventionen der USA. Die USA unterstützten den Putsch Lon Nols. Die USA bombardierten völkerrechtswidrig große Teile im Osten Kambodschas. Über Kambodscha wurde eine größere Bombenlast durch die USA abgeworfen als über Japan im WW2. Bis zu 1Mio. Menschen fielen diesen Bombardements zum Opfer. Von den Umweltschäden mal ganz zu schweigen. Zeitweise befanden sich auch amerikanische Truppen im Land. All das wohl bemerkt ohne einen offiziellen Krieg zwischen den USA und Kambodscha. Gleichzeitig wurde Kambodscha gerade durch die USA stark mit Waffen versorgt, die, bedingt durch die korrupten Verhältnisse der Diktatur Lon Nols, auch den Khmer Rouge zu Gute kamen. Kambodscha wies eine zerstörte Infrastruktur auf und befand sich in Bürgerkriegswirren, was den Erfolg der Khmer Rouge vorantrieb. Du siehst die USA haben maßgeblich Anteil an der Machtübernahme der Khmer Rouge, wenn dies auch sicher nicht beabsichtigt war.

    „Ganz allgemein irritiert mich die Begründung vieler Kritiker, daß es ja noch viel mehr und viel schlimmere Kriegsverbrecher gäbe und Afrika noch ganz andere Probleme hätte. Ja, das stimmt zweifelsohne. Aber warum das ein Argument dagegen sein sollte, sich eines Kriegsverbrechers und dieses Problems anzunehmen, erschließt sich mir nicht.“
    Du hättest Recht, wenn es eben darum ginge Kriegsverbrecher zur Verantwortung zu ziehen. Wenn es darum ginge, dann müsste man sich fragen, wieso die Westmächte so oft dabei behilflich waren Diktatoren und Verbrecher erst zu installieren bzw. sie an der Macht zu halten. Wieso werden frei gewählte Regierungen von Ihnen weggeputscht, siehe Iran, Kongo, Chile ja auch Kambodscha.

  11. @Tai Fei: Deine Argumentation erschöpft sich also in “Die USA/die Westmächte sind die Bösen, das haben die schon immer so gemacht also tun sie es jetzt wieder und werden es immer so tun”. Dein Fazit resultiert damit aus einem ideologischen Standpunkt, der nicht über Analyse der Fakten zu einem Ergebnis kommt, sondern das Ergebnis vorwegnimmt und dabei die Fakten diesem Ergebnis beliebig anpaßt. Das ist nun leider wirklich ein klassisches Merkmal einer Verschwörungstheorie und macht eine inhaltliche Auseinandersetzung unmöglich. Selbst wenn ich jetzt z.B. erkläre, warum die Professionalisierung von Polizei- und Militärkräften Ugandas auch den umliegenden Staaten und damit der Stabilisierung der gesamten Region zugute kommen würde (und eine entsprechende Maßnahme auch für die umliegenden Staaten ja nicht ausgeschlossen ist), wären die USA/die Westmächte für dich doch gemäß deiner Ideologie weiterhin nur “die Bösen”, die lediglich “das Öl” wollen. Diskussion zwecklos.

    Aber noch zu Kambodscha: Ja, das stimmt größtenteils. Aber ich muß mich wiederholen: Was genau ändert das jetzt an der Verantwortung der Roten Khmer für ihre Verbrechen und der Notwendigkeit zur Strafverfolgung und Aufarbeitung?

  12. @Florian
    Ja genau “Verschwörungstheorie”. Das Totschlagargument wird gerne benutzt, im Kritiker mundtot zu machen. Welche Fakten sprechen denn für Deine Theorie. Du hast ein Video einer Organisation mit zweifelhaften Backround in dem einige 10 Jahre alte Infos mit propagandistischen Sequenzen kombiniert wurden. Das war´s. Ich kann meine “Theorie” immerhin mit geschichtlichen Fakten untermauern.
    Zu Kambodscha: Wie gesagt, die USA haben völkerrrechtswidrig Kambodscha bombardiert. Das stellt ein Kriegsverbrechen dar. Ist da irgendjemand angeklagt oder verurteilt wurden? Das entschuldigt nicht die Greueltaten der Khmer Rouge, es zeigt aber, dass die Kriegsverbrechen des einen tolleriert werden, die von anderen aber vor Gericht landen. Was ist das für´n Rechtssystem und -empfinden?

  13. @Tai Fei: Oh, ich kann auch was mit historischen Fakten furchtbar beweiskräftig untermauern – das geht so: Der User Tai Fei trägt gerade Windeln und macht in die Hose – Beweis: Als Kind hat er das auch schon mal getan. Und wenn du mir jetzt sagen solltest, daß das totaler Blödsinn sei, dann wäre das halt nur eines dieser Totschlagargumente, das gerne benutzt wird, um Kritiker mundtot zu machen.

    Im übrigen werden keine Kriegsverbrechen “toleriert”. Aber man kann eben nicht alles Unrecht und alle Schuldigen dieser Welt verfolgen – egal ob nun in Deutschland, Kambodscha oder den USA. Finde ich auch doof, ist aber so. Und du meinst jetzt ernsthaft, daß man Unrecht NICHT verfolgen darf wenn man nicht ALLES Unrecht verfolgen kann? DAS ist mal ein interessantes Rechtsverständnis…

    Ganz ehrlich: Geh’ besser zu http://alles-schallundrauch.blogspot.com – da kannst du Illuminaten jagen, finstere Machenschaften aufdecken und bekommst auch garantiert keinen Widerspruch mehr von mir, sondern nur Zustimmung von Gleichgesinnten! Auf, auf – und nimm’ den Fichtenelch!

  14. @Florian
    Werd´mal erwachsen. Was soll der Windelvergleich? Was hat die biolog. Entwicklung eines Menschen mit geostratischer Politik der Westmächte zu tun? Ehrlich, wenn alle Beführworter des “Kony 2012″ Videos eine ähnliche Argumentationskette vorbringen, dann zeigt dass deutlich welches Niveau hier verbreitet wird.
    Ich habe gar nicht´s gegen Widerspruch. Argumentiere halt mal weniger emotional sondern mit Fakten. Aber da scheint´s ja zu mangeln.

  15. @Tai Fei: Alle Fakten über die Aktion, ihre Intentionen und Hintergründe, die verwendeten Quellen, die Projekte und Finanzierung von Invisible Children und Erwiderungen auf die Kritik haben die Initiatoren selbst ausführlich dargestellt:

    Invisible Children – Critiques

    Ich habe gedacht, daß gerade ein Kritiker wie du sich zwecks differenzierter Meinungsbildung schon längst damit auseinandergesetzt hätte, aber das kannst du ja noch nachholen!

    Auf die dortigen Fakten beziehe ich mich.

    Du kannst sie gerne widerlegen! Und antworte bitte auf meine an dich gerichteten Fragen! Wenn du beides tust, könnten wir tatsächlich sachlich diskutieren. Momentan ist dein einziger “Fakt” die These, daß “die USA/die Westmächte” böse sind und “das Öl” wollen.

    Und was die Entwicklung eines Menschen mit geostrategischer Politik zu tun hat? Rein gar nichts. Genauso wenig wie der Vietnamkrieg mit Kony2012. Aber da kommst du schon noch hinter – einfach ein bisserl abstrakt denken! Ansonsten nimm’ halt lieber den Fichtenelch!

  16. @@Tai Fei: Alle Fakten über die Aktion, ihre Intentionen und Hintergründe, die verwendeten Quellen, die Projekte und Finanzierung von Invisible Children und Erwiderungen auf die Kritik haben die Initiatoren selbst ausführlich dargestellt:

    Invisible Children – Critiques”

    Hallo, das ist die Organisation die das Video produziert hat. Da kann ich mir geausogut Studien über die Schädlichkeit des Rauchens von Philipp Morris runterziehen. Vielleicht solltest Du Dir erst mal einige Info besorgen z.B. über Enough Pro­ject, National Chris­tian Foun­da­tion, Chris­tian Com­mu­nity Foun­da­tio und das Dis­co­very Insti­tute. Kleine Hilfe das sind Think Tanks und fundamental christiliche Organisation die sowohl Spender bei dieser Aktion sind und ebenfalls politische Lobbyarbeit
    betreiben. Diese sind auch schon auffällig geworden bei Lobbyarbeit für die “Intel­li­gent Design” Lehre an öffentlichen Schulen sowie die Diskriminerung von Homosexuellen. Ferner solltest Du Dich auch mal etwas mit AFRICOM auseinander setzen.

    “Und was die Entwicklung eines Menschen mit geostrategischer Politik zu tun hat? Rein gar nichts. Genauso wenig wie der Vietnamkrieg mit Kony2012″
    Doch die Gemeinsamkeiten sind Militärberater und geostrategische Interessen.

    Dein Engagement in Ehren, aber die Welt ist kein Kindergarten, wo man mit Kategorien wie “GUT” und “BÖSE” hantieren kann. Und noch nie hat ein Klick auf den “Like-it”Button eine Verbesserung bewirkt. Aber Du kannst ja gerne ein paar T-Shirts, Poster oder Sticker von Invisble Children kaufen und Dir dann einreden, eine gute Sache unterstützt zu haben.

  17. @Tai Fei: Ja, das sind die Aussagen der Organisation, die das Video gemacht hat. Deren Argumente hältst du doch für falsch. Dann sollte es dir doch ein Leichtes sein, diese Argumente zu widerlegen, oder? Auch Studien von Philipp Morris sind nicht deswegen falsch, weil sie von Phillip Morris kommen, sondern weil man sie widerlegt.

    Dazu habe ich dich jetzt bezüglich Kony2012 mehrfach aufgefordert, aber es kommt ja weiterhin nix. Nur noch mehr Schlagworte und vermeintliche Bösewichte ohne Zusammenhang, ohne Bezug zu Kony2012 bzw. ohne Belege. Entweder du bist wirklich ein verbohrter Verschwörungstheoretiker oder schlicht etwas dämlich.

    Ich geb’s jedenfalls auf. Weiterhin gute Reise im Fichtenelch!

  18. @Florian
    Auch wenn Du nicht mehr mitliest,;) hier mal ein Artikel der SZ. Aber wahrscheinlich sind das für Dich auch nur Verschwörungstheoretiker:

    http://www.sueddeutsche.de/digital/umstrittenes-video-kony-eine-kampagne-die-froesteln-laesst-1.1305052

  19. @Tai Fei: Deine christlich-fundamentalistischen Think Tanks, die mit Kony 2012 und AFRICOM das ugandische Öl bekommen wollen, habe ich in dem Artikel nicht gefunden – vielleicht erklärst du das allen Mitlesern doch besser mal selbst! Das Anführen eines Krieges von 1898(!) ist in dem Artikel allerdings tatsächlich ein noch tieferer Griff in die Mottenkiste des Antiamerikanismus als deiner…

  20. @SolidFake: Na, DAS ist doch mal eine differenzierte und inhaltlich fundierte Kritik! Und beschreibt ein SO realistisches Bild Afrikas, das offenbar nur aus hungernden kranken Kindern (die man wohl ganz einfach per Adoption, mit ein paar Säcken Getreide und abgelaufenen Medikamenten “erretten” könnte) und aufzubauenden Schulen besteht. Ich nehme an, von dir höre ich auch nichts mehr zu den angeblich “zurückgehaltenen Informationen” oder den “zweifelhaften Quellen” von Kony 2012? Macht nix, so ein buntes einminütiges Video ist ja inhaltlich auch viel gehaltvoller. Und wenn es den eigenen Zwecken dient, dann sind undifferenzierte “Propaganda” und “Manipulation” ja plötzlich voll okidoki.

  21. @Florian
    “Deine christlich-fundamentalistischen Think Tanks, die mit Kony 2012 und AFRICOM das ugandische Öl bekommen wollen, habe ich in dem Artikel nicht gefunden – vielleicht erklärst du das allen Mitlesern doch besser mal selbst! Das Anführen eines Krieges von 1898(!) ist in dem Artikel allerdings tatsächlich ein noch tieferer Griff in die Mottenkiste des Antiamerikanismus als deiner…”
    Was soll ich schon erklären. Ich habe einige relevante Stichpunkte angebracht. Jeder medienkompetente User kann sich hier selber Informationen suchen und diese auch auswerten. Ich versuche ja niemanden mit Macht als Verschwörungstheoretiker zu diskreditieren. Ferner scheint ja jedes Medium, welches Deine Einschätzung nicht unterstützt, dieses Kriterium in deinen Augen zu erfüllen oder zumindest “Antiamerikanismus” zu betreiben.

    Deine Diskussionsbasis wird jedoch immer dünner. Selbst der Guardian oder der Standart äußern inzwischen berechtigte Kritik. Die gelten ja nun nicht wirklich als Zentrum der Antiamerikanismusbewegung bzw. als Hochburgen der Verschwörung.
    http://derstandard.at/1331779697396/Viral-Video-Kony-2012-Kaltschnaeuzige-Geldmacherei-statt-Hilfe

    http://www.guardian.co.uk/politics/reality-check-with-polly-curtis/2012/mar/08/kony-2012-what-s-the-story

    Niemand hier bestreitet die Verbrechen eines Kony. Niemand hier würde dafür plädieren seine Verbrechen nicht vor einem Gericht aufzuklären und aufzuarbeiten. Die Intensionen hinter dem Video dürfen jedoch sehrwohl als zweifelhaft angesehen werden.

  22. @Tai Fei: Was du erklären sollst? Vielleicht, was du mit den vier Schlagworten “Kony 2012″, “christlich-fundamentalistische Think Tanks”, “AFRICOM” und “Öl” meinst? Wie sie zusammenhängen? Was du du aussagen willst? Woher deine Informationen stammen? Oder erwartest du ernsthaft, daß ich deinen Standpunkt und seine Hintergründe “errate”? Habe ich beim Standpunkt sogar schon versucht, aber wieder keine Antwort bekommen. Wenn du deinem Gegenüber nicht mal die Grundlage deiner eigenen Kritik verständlich darlegen kannst oder willst – wie oder warum soll man sich dann damit auseinandersetzen? Und wie soll man nebulöse Andeutungen mit dem einzigen “Beweis” der US-Politik vor einem halben Jahrhundert anders interpretieren als Teil einer Verschwörungsideologie mit antiamerikanischer Schablone?

    Und zu deinen Links: Du hast den Guardian-Artikel (Untertitel: “Are the criticisms fair?”) bzw. seine einzelnen Beiträge (die -ganz im Gegensatz zum “Standard”- angenehm differenziert sind, Gegner wie Macher und Befürworter berücksichtigen und keine abschließenden Wertungen vornehmen) vollständig gelesen? Darüber könnte man tatsächlich hervorragend und sachlich diskutieren. Aber ich kann schwerlich mit jemandem diskutieren, der offenbar seine eigenen Links nicht liest und nicht mal seinen eigenen Standpunkt erklärt.

  23. @Florian
    Meinen Standpunkt habe ich mehrfach deutlich gemacht. Ich muss auch keine Beweisführung antreten. Kritik gibt es reichlich, auch von offiziellen Stellen. Sämtliche vergangenen Aktionen der IC-Organisation waren eher zweifelhafter Qualität und wurden auch nie länger als ein Jahr durchgehalten. Verantwortungsvolle Entwicklungshilfe (wenn es das überhaupt gibt) sieht anders aus. IC kann auf seiner Website auch behaupten was es will. Beweise für deren wahre Intension kannst Du ja auch nicht erbringen, was ich aber auch nicht von Dir verlangen würde. Ich habe hier lediglich einige Stichpunkte genannt mit denen Du Dich beschäftigen könntest wenn Du nur wolltest. Ferner solltest Du Dich mal etwas ernster mit Geschichte auseinander setzen. Die US-Politik war vor 100 Jahren auch nicht anders als heute. Der imp. Faden zieht sich vom mexikan.-amerikan. Krieg bis zu aktuellen Bsp. in Syrien. Das hat nichts mit Antiamerikanismus zu tun.

    Ja, ich habe den Link vom Guardian gelesen. Natürlich ist er zwangsläufig ziemlich ausgeglichen, spart aber auch nicht mit Kritik. Und nur darum geht es ja. Kritik an der ganzen Aktion sollte doch erlaubt sein. Du bist der Einzige hier, der permanent alle niedermacht, die auch nur einen Hauch vom Standpunkt des Kony 2012-Videos abweichen oder die dortigen “Infos” auch nur zu hinterfragen wagen.

  24. @Tai Fei: Großartig! Das kann man einfach nur genau so stehen lassen…

Leave a Reply

You can use these XHTML tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <blockquote cite=""> <code> <em> <strong>